Einleitung B.A.R.F.

B.A.R.F. = Biologisch artgerechte Rohfleisch Fütterung

Da unsere Haushunde bekanntlich vom Wolf abstammen und daher fakultative Karnivoren sind, simulieren wir beim barfen den Verzehr eines Beutetieres. 

Warum barfen?

Warum eigentlich barfen?

  • Der Grundstein zu einem gesunden Hund ist ein gesunder Darm, der Darm wird durch eine artgerechte Ernährung (B.A.R.F.) in seinen Funktionen und positiven Wirkung auf den Organismus unterstützt.
  • Ihr Hund ist durch ein gutes Immunsystem weniger anfällig für Krankheiten und somit gesünder! 
  • Der Hund ist ernährungstechnisch ausgeglichener und zufriedener!

Welches Tier möchte ich verfüttern?

Um den Organismus unseres Hundes optimal mit allen essentiellen Aminosäuren zu versorgen, müssen mindestens 3 verschiedene Fleischsorten regelmässig verfüttern werden: 

Die Umstellung auf Rohfutter

Die Umstellung auf Rohfutter sollte bei einem gesunden, kräftigen und jungen Hund ohne Probleme erfolgen. Sollte ihr Hund bereits älter oder krank sein, so ist es besser ihren Hund langsam an die Rohfleischfütterung zu gewönnen. Am besten fängt man mit leichtverdaulichem Muskelfleisch an.

B.A.R.F. Mangelerscheinungen

Auf Folgendes sollten sie bei der Rohfleischfütterung unbedingt achten, um eine ausgewogene Ernährung ohne Mangelerscheinungen zu gewährleisten:

  • Auf das Verhältnis der einzelnen Komponenten achten (Siehe Abbildung 1)
  • Mindestens 3 verschiedene Fleischsorten verfüttern, um alle essentiellen Aminosäuren abzudecken.
  • Auf einen angemessen Fettgehalt achten, optimal zwischen 15 – 25% Fett. Fett ist der wichtigste Energieträger
  • Innereien verfüttern. Wichtig ist hier vor allem die Leber, da sie alle 13 Vitamine enthält. Aber auch Niere und Milz gehören zu einem gesunden Speiseplan.
  • Den Kalziumbedarf über das verfüttern von rohen fleischigen Knochen decken und hierbei auf das Verhältnis zwischen Kalzium und Phosphor achten. Hunde im Wachstum, Hunde während der Trächtigkeit und Hunde während der Laktation haben einen deutlich erhöhten Kalziumbedarf.
  • Rinderpansen & Blättermagen verfüttern, um unter anderem die guten Darmbakterien mit Nährstoffen zu versorgen
  • Lachs und Blut im richtigen Verhältnis füttern, damit der Jodbedarf gedeckt ist.
  • Öle in ausreichender Menge hinzugeben, damit ihr Hund ausreichend mit Omega 3, 6 und 9 versorgt wird.
  • Immer genug frisches Wasser zur Verfügung stellen.

Proteine (Aminosäuren)

Proteine sind lebenswichtig für Ihren Hund. Es gibt aber auch unverdauliche Proteine, wie Haare, Federn, Horn und Kollagene. Auch pflanzliche Proteine können oftmals nicht optimal verdaut werden. Daher ist es wichtig, die intakten Pflanzenzellen vorher aufzubrechen, da die Zellwände aus unverdaulicher Cellulose und Lignin bestehen. 

Fettanteil

Ein ausreichender Anteil an tierischem Fett ist bei der Fütterung sehr wichtig, da Fett der wichtigste Energielieferant ist. Die Nieren ihres Hundes können bei einem zu geringen Fettgehalt im Futter geschädigt werden.

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind bereits in zahlreichen Gemüse- und Obstsorten enthalten und müssen nicht zusätzlich verfüttert werden. Kohlenhydrate liefern in etwa genau so viel Energie wie Proteine und machen sie daher überflüssig. Ein Mangel an Kohlenhydraten ist kaum möglich, da ihr Hund Proteine in Glukose umwandeln kann. Die Energie, die ihr Hund benötigt, kann er ausschließlich aus Fetten und Proteinen ziehen. Die Verwertbarkeit von Kohlenhydraten ist bei jedem Hund unterschiedlich. Ein Gentest könnte darüber Aufschluss bieten, inwiefern ihr Hund in der Lage ist Kohlenhydrate zu verwerten. Das Alter ihres Hundes spielt ebenfalls eine Rolle bei der Verwertbarkeit von Kohlenhydraten.

Zu viele Kohlenhydrate bei der Fütterung stehen außerdem im Verdacht unsere Hunde krank zu machen, unter anderem die Begünstigung von Krebs. Tumorzellen benötigen die aus dem Glukosestoffwechsel erzeugte Energie.

Diese Krankheiten können durch zu viele Kohlenhydrate bei der Fütterung hervorgerufen werden.

  • Überfettung,
  • Magen-Darm-Krankheiten
  • Zahnprobleme (Durch schwere Verdauung vermehrt sich die Anzahl der Bakterien im Mundbereich)

Innereien

Sind wichtig und sollten zu 15 % des fleischigen Anteils verfüttert werden. Innereien liefern besonders hohe Mengen an Vitaminen und Spurenelementen für Ihren Hund.

Hier eine Auswahl der wichtigsten Innereien:

  • Leber (Vitamin A, Vitamin K, B2, B12 und Eisen)
  • Milz (Eisen & Jod)
  • Niere (B12 & Selen)

Hinweis: Leber sollte den höchsten Anteil an der Gesamtfuttermenge der Innereien einnehmen. Lunge kann man auch als Innerei verfüttern, sie hat aber kaum Nährstoffe und dient deswegen eher als Füllmacher.

Hier das von uns vorgeschlagene Verhältnis:

Grüner Pansen, Weißer Pansen & Blättermagen

Grüner Pansen, weißer Pansen und Blättermagen, wo liegt der Unterschied?

Der grüne Pansen ist der erste der insgesamt 4 Mägen eines Rindes, er ist eine mächtige Gärkammer. Er liegt an der linken Seite der Kuh und füllt mit seinem Volumen von 150 bis 180 Liter fast die ganze linke Bauchhöhle aus. Er ist in einen oberen und unteren Pansensack aufgeteilt und kann insgesamt 50 bis 60 Kilogramm Futter aufnehmen. Der Pansen besitzt aber keine Drüsen wie etwa Magen oder Darm - der Wiederkäuer bedient sich anderer Lebewesen, um die schwerverdauliche Pflanzenmasse aufzuschließen.

Pansen

Viele Milliarden von Bakterien und Einzellern (insgesamt etwa 7kg) bevölkern den Pansen und produzieren bei ihrer Tätigkeit Säure. Pansen grün. Der grüne Pansen bekommt seine Farbe dadurch, weil dieser nur grob gewaschen ist, d. h. die Nahrungsreste von der letzten Mahlzeit der Kuh noch enthalten sind.

Dieses "Grün" ist das besonders Gesunde für Hunde!

  • Besonders gesund durch enthaltene probiotische Kulturen
  • Positive Beeinflussung der Darmflora
  • Stärkt das Immunsystem und Wohlbefinden Ihres Hundes
  • enthält viele Vitamine und Mineralstoffe Nährwerte

Der weiße Pansen ist einfach nur grüner Pansen der vollständig ausgewaschen ist, d. h. bei dem weißen Pansen sind keine Nahrungsreste enthalten, daher ist dieser auch verträglicher und hat weniger Kalorien. Weißer Pansen ist in vielen Ländern eine Delikatesse und wird auch in Deutschland als Kutteln in vielen Speisekarten geführt.

Ist das Futter lange genug von Bakterien zersetzt (nach 1 bis 3 Tagen) verlässt es schluckweise den Pansen und gelangt durch Netzmagen in den Blättermagen.
Er ist der letzte Vormagen. Eine Hauptaufgabe ist die Resorption (aufsaugen, aufnehmen) von Wasser, Nährstoffen und von Natriumbicarbonat (NaHCO3). Aber auch im Blättermagen werden noch Futterpartikel von Kleinlebewesen abgebaut.

  • reich an Nährwerten
  • probiotisch (gut für die Darmflora, das Immunsystem und Wohlbefinden)
  • leicht zu verdauen
  • bestens geeignet für junge Hunde und sensible Feinschmecker und Senioren

Knochen

Rohe fleischige Knochen sind der natürlichste Calciumlieferant. Ein guter Richtwert liegt bei einem gesunden ausgewachsenen Hund bei 80mg Calcium pro Kilogramm Körpergewicht. Bei schweren Hunden geht man von 50 -60 mg pro Kilo Körpergewicht aus. Natürlich müssen die Richtwerte nicht mg genau eingehalten werden.

Beispiel:

Körpergewicht:             25 KG
Rechnung:                   25 x 80mg
Ergebnis:                     2000mg Calciumbedarf am Tag


Eine kleine Hilfestellung um den ungefähren Calciumbedarf in Knochen zu ermitteln:

  • Je größer das Tier umso höher ist der Calciumgehalt in den Knochen.

Merke: Weiche und knorpelige Knochen von kleineren Tieren enthalten also weniger Calcium. Sollten Sie mehr weiche Knochen von kleineren Tieren verfüttern, dann sollte es etwas mehr sein als bei großen festen Knochen,

  • Der tierische Anteil bei der Fütterung sollte bei 15 -20% liegen.

Merke: Es müssen nicht jeden Tag die errechnete Mengen Knochen gefüttert werden, sondern können in mehreren Mahlzeiten pro Woche  zusammengefasst werden.

Wichtiger Hinweis:
Knochen bitte immer Roh verfüttern und nicht kochen!!! Knochen können nach dem kochen leichter splittern und Ihren Hund Verletzungen zuführen.

Alternative:
Sollte Ihr Hund rohe fleischige Knochen nicht mögen oder vernünftig verwerten, dann sprechen Sie uns bitte an. Wir haben rohe fleischige Knochen auch in gewolfter Form und auch andere Alternativen, um somit ihren Hund mit dem benötigten Calciumbedarf zu versorgen.

Getreide

Getreide spielt beim barfen eine untergeordnete Rolle. Ihr Hund benötigt Kohlenhydrate in Form von Glykogen - der tierischen Stärke. Kohlenhydrate in Form von Getreide werden diskutiert, weil man sich nicht sicher ist, ob der Hund sie überhaupt benötigt.

Wer Getreide trotzdem verfüttern möchte, kann durchaus auf Weizen, Gerste, Hirse, Dinkel, Amarant (Fuchsschwanz), ebenso auf Kokosflocken und Couscous zurückgreifen.

Ebenso möglich sind Nudeln, die aber nur eine sattmachende Funktion mitbringen. Bessere Alternativen sind:

  • Haferflocken (Vorher einweichen)
  • Reis (Vorher matschig kochen)
  • Kartoffeln (Vorher kochen und matschig drücken)

Hinweis: Rohe Kartoffeln sind giftig für Ihren Hund und dürfen nicht verfüttert werden.

Öle

Einige Vitamine sind fettlöslich und damit der Hund sie aufnehmen kann, muss dem Futter Öl beigefügt werden.

  • Lachsöl
  • Leinöl
  • Schwarzkümmelöl
  • Hanföl
  • Kokosöl
  • DHN-Öl

Bitte auf das Omega 3-6-9 Verhältnis achten.

Omega 9 Fettsäuren sind nicht essentiell und somit in der Nahrung vorhanden und können vom Körper selbst gebildet werden!

Omega 3 & 6 Fettsäuren sind essentiell und müssen somit durch Ölbeigabe zugeführt werden!

Sinnvolle Futterergänzungen

  • Bierhefe (Fellwechsel)
  • Eierschalenpulver
  • Grünlippmuschelpulver

Gemüse & Obst

Das Verhältnis zwischen Obst und Gemüse sollte ausgewogen sein. Zu 90% sollte aber Gemüse verfüttert werden und die restlichen 10% sollten aus Obst bestehen. Obst sollte durch seinen natürlichen Gehalt an Fruchtzucker zweitrangig gegenüber Obst verfüttert werden. Hier die wichtigsten Regeln:

  • Gemüse und Obst gut waschen, ggf. schälen.
  • Obst nur reif bzw. überreif verfüttern!
  • Obst vorher pürieren, damit die zellulosehaltigen Pflanzenzellwände zerstört werden und der Hund sie besser verdauen kann.
  • Immer Öl oder Quark dazugeben, damit die fettlöslichen Vitamine mit aufgenommen werden.

Giftige Lebensmittel

Rohe Kartoffeln, Avocado und Weintrauben enthalten Stoffe, welche für Hund giftig sind und dürfen nicht verfüttert werden! Auch grüne Paprika darf nicht verfüttert werden. Auch bei folgenden Artikeln sollte Vorsicht geboten sein:

  • Knoblauch und andere Laucharten
  • Zwiebeln
  • Tomaten
  • Auberginen
  • Weintrauben
  • Kakao & Schokolade
  • Hülsenfrüchte
  • Obstkerne
  • Eicheln
  • Xylit (Süßstoff)